Neid & Wut und all diese Gefühle die nicht sein sollen

Es gibt Menschen, bei denen viele andere immer wieder versucht sind, sie zu beneiden. Aus verschiedenen Gründen, wegen etwas, was sie können, dürfen, sind, machen, werden. Aber meist wegen eines Bildes, dass sich von diesen Menschen gemacht wird. Da hilft aber leider kein “Ach, sie_er kocht auch nur mit Wasser.”, sondern eigentlich die aktive Auseinandersetzung, mit den eigenen Gefühlen und den, vielleicht bestehenden, Gefühlen der anderen Person. Vor allem, wenn wir von Neid & Wut in Freund_innenschaften ausgehen.

Neid ist ein schlechtes Gefühl, dass wird uns schon früh beigebracht und Wut ist auch nicht besonders erstrebend wert, besonders nicht als Frau (es gibt dazu einen tollen Blogeintrag über wütende Frauen, den ich gerade nicht finde).

Neid ist vor allem der Ausdruck eines Wunsches und einer Unzufriedenheit. Die entsteht nicht unbedingt durch die andere Person, sondern befindet sich manchmal schon in einer_m selbst drin und wird nur beleuchtet. Ich zum Beispiel bin momentan neidisch & wütend. Eher wütend. Aber das ist uncool. Ich sollte es nicht sein, denn es geht um eine Person, die ich sehr liebe, und  die eigentlich nichts schlimmes gemacht hat. Außer mich außen vor zu lassen. Was sicher keine Absicht war. Und vielleicht nicht einmal bemerkt. Aber es ist nicht leicht mit jemand anderem ähnliche Sachen zu machen und dann keine Neidgefühle zu entwickeln. Oder eben wütend zu sein.

Nur, wie kann so etwas in einer Freund_innenschaft angesprochen werden? Ein “Hey du, ich bin sauer” am Telefon erscheint wenig zielführend, gewünscht ist das wirkliche ernsthafte Gespräch, aber da bleibt dieser kleine nagende Zahn im Hirn, der versucht einzureden, dass das eigentlich Gefühle sind, die einfach nicht da zu sein haben. In einer engen Beziehung. Die nicht sein sollen und die mir sagen, dass das Problem bei mir liegt, vielleicht ich bin. “Du bist ja nur eifersüchtig.” Ja, vielleicht. Aber warum ist das immer Todschlagargument gegen Gefühle, gegen “wir können immer über alles reden”. Wieso darf nicht dazu gestanden werden, sondern es muss geschluckt und vermieden werden, bis die Bombe irgendwann platzt und etwas wirklich sehr dummes gemacht wird.

Kann Eifersucht und Neid nicht auch eine Form der Anerkennung sein, die sich nicht anders zu helfen weiß?

“Das, was man ist, hat und kann erscheint arm, grau, unzulänglich und langweilig. Das was man aber nicht ist, nicht hat und nicht kann, das eben ist es, worauf man sich mit jedem sehnsüchtigen Neide blickt, der zu Liebe wird, weil er sich fürchtet zu Hass zu werden.” (T. Mann – Die Buddenbrooks)

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