Krank sein. So ganz einfach.

Gemeckere ohne Neu:Erkenntnis.

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Ich bin krank. Reichlich unspektakulär lieg oder lag ich mit einer Seitenstrangangina im Bett. Das ist nichts neues, nur eklig, aber absehbar. Ein paar Antibiotika, viel Ruhe, Kammillan, Tee und ein Krankenschein.

Moment, ein …was? K-R-A-N-K-E-N-S-C-H-E-I-N?

Bist du des Wahnsinns fette Beute? (Rw) Den kannst du gleich wegschmeißen, der gilt nicht. Neinnein. Egal, dass dein_e Ärzt_In gesagt hat, dass du ansteckend bist, egal, dass sich sowas, wenn nicht richig auskuriert, ausweiten kann und bspw. auf’s Herz legen, egal, dass es dir einfach dreckig geht. Du bist doch daheim, da hast du ja eh nix zu tun und da kannst du doch….

Jepp, krank sein, war mal nett. Als Kind zum Beispiel. Mensch hatte, im Idealfall, ein paar Tage Fieber oder Husten und Schnupfen und blieb daheim und was nicht erledigt wurde, wurde eben nicht erledigt. Punkt. Oder, es soll sowas noch geben, habe ich gehört, diese Jobs, bei denen ein_e Kolleg_In deine Aufgaben übernimmt und du sogar noch Geld bekommst während der Erkrankung. Ich hatte sowas mal kurz, als ich an der Uni gearbeitet habe. Mmh schon ziemlich großartig.

Aber die Realität ist immer noch, dass Menschen, viele Menschen, am liebsten anscheinend Menschen in Machtpositionen oder selbstausbeuterische Freiberufler_Innen dich nicht ernst nehmen, wenn du nicht mindestens im Krankenhaus bist. Dann kommt eben dieser Anruf “Geht es dir besser? Nein? Ach, tut mir leid, aber du kannst doch trotzdem….?”

Ich finde das nicht nur nervig (vor allem, weil ich doof genug bin, jaaaaa zu sagen), sondern vermessen. Ein Mensch ist krank. Egal wie sehr, braucht dieser Mensch Ruhe. Das ist einfach, oder? Einfach zu verstehen. Aber in unserem System so verdammt schwer zu akzeptieren. Wir haben alle Druck, von außen und dann irgendwann, wenn wir alt genug sind, dieses System verinnerlicht zu haben, auch von innen. (Was sonst sollte mich dazu bewegen am Sonntag ohne Stimme nach 3 Tagen Antibiotika 4 – 5 Stunden im Büro ohne funktionierende Heizung zu sitzen und zu arbeiten? JA, die DEADline. Hört ihr? Das Ding heißt im englischen DEADline, weil es uns irgendwann alle umbringt). (Deadline= engl. Frist)

Und dann bekomme ich einen Anschiss von einer guten Freundin, die gaz recht hat, nämlich, dass die eigene Gesundheit vorgeht, dass es egal ist wer wann was wie agegeben haben will, weil das nicht zählt, nicht länger als die Sekunde der Abgabe, es hält nicht vor, es rettet nicht die fucking Welt, und die geht auch nicht unter, wenn irgendwas eben mal eine Woche länger dauert.

Ich sag’s ja. Capitalism kills us all (eng. Kapitalismus bringt uns alle um), auch wenn wir eigentlich Antikapitalist_Innen sein wollen sind.

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